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Hausleitner, Mariana: Die Donauschwaben 1868-1948. Ihre Rolle im rumänischen und serbischen Banat. Editura Franz Steiner, Stuttgart, 2014.
Das Banat ist ein besonders gutes Beispiel für die gesellschaftliche und politische Entwicklung von Regionen im südöstlichen Europa seit der Frühen Neuzeit, die ge-kennzeichnet ist durch Konstruktion, ethnische, sprachliche und kulturelle Pluralität und schließlich Teilung. Doch ist es nicht die Region, die im Mittelpunkt der zu be-sprechenden Untersuchung steht. Sie stellt den Rahmen dar für den Blick auf eine ethnische Gruppe, die Donauschwaben, im 19. und 20. Jahrhundert. Die Historikerin Mariana Hausleitner ist geradezu prädestiniert dafür, dieses Buch zu schreiben. Ihre reichhaltigen Erfahrungen in der Beschäftigung mit anderen Regionen wie der Bukowina oder Bessarabien fließen in die vorliegende Darstellung ein und konturieren sie. Zugleich wird das Banat-Buch auch von einer persönlichen Note getragen, wenn Hausleitner im Vorwort die Erzählungen ihrer Mutter über Temeswar und die ka-tholische Jugendbewegung als prägend für sich selbst erwähnt. Dieses Vorwissen bietet dem Leser einen besonderen, tiefgründigen Einstieg. Der Anlass der Studie ist ein sehr konkreter. Die Autorin will die Gründe erfah-ren und analysieren, warum die Donauschwaben im Westbanat nach 1944 anders als im Ostbanat viel stärker kollektiv bestraft wurden und warum diese Bevölkerungs-gruppe in Rumänien im Gegensatz zu Jugoslawien nicht vertrieben wurde. Die Fra-gestellung macht deutlich, es geht um eine grenzüberschreitende, beide Teile des Banats einbeziehende, vergleichende Betrachtung. Die Rahmenbedingungen dazu stim-men: Es handelt sich bei den Schwaben um die jeweils größte Minderheit der Region, bei der die Mehrheit katholisch ist und aus dem bäuerlichen Milieu stammt. Aus-gangspunkt der Studie ist eine kritisch-reflektierte historiographische Betrachtung, die die Ausgangsposition der Autorin und auch das Ziel deutlich werden lassen. Neben einer umfangreichen Anzahl an Fachliteratur beruht die Arbeit auf einer ganzen Reihe archivalischer Quellen (Behördenakten, Erinnerungen, Presseartikel). Mit Hilfe des Vergleichs sollen Gemeinsamkeiten und Besonderheiten im Beziehungsge-flecht der Donauschwaben mit ihren Nachbarn im westlichen und östlichen Banat herausgearbeitet werden. Besonders anregend und zugleich grundlegend erscheint dabei die Frage nach „multiplen Identitäten“ und „komplexen Beziehungen“.